Zwischen Nervenkollaps und Augenringen – oder wie unser kleines Monster schlafen geht

Auf Zehenspitzen entferne ich mich völlig lautlos vom Kinderzimmer. Innerlich würde ich am liebsten Luftsprünge machen. Erschöpft lasse ich mich in unser Bett fallen und lege das erste Mal am heutigen Tag meine Füße hoch. Doch plötzlich …

Das Ende unserer Nerven

… wieder dieser ohrenbetäubende Ruf unseres 2-jährigen Mini-Monsters – Mmmmmmaaaaaaammmmmmmmaaaaa – unterstützt von zahlreichen Kullertränen die über seine kleinen Wangen laufen. Jeder Versuch ihn zu beruhigen scheitert kläglich, er will raus, raus aus dem Bett, raus aus dem Zimmer. Unser kleines Monster schreit fast schon im Sopran. Ich gebe mich geschlagen und nehme ihn wieder mit in unser Schlafzimmer. Wieder kommen die Gedanken – wird er nie alleine schlafen? Versage ich als Mutter? Wann habe ich das letzte Mal durchgeschlafen? Auch die eine oder andere Träne kullert über meine Wangen. Nach langem hin und her ist er um 23:30 Uhr völlig erschöpft eingeschlafen. Langsam und ganz vorsichtig trage ich unser kleines Monster wieder zurück in sein Bett. Wieder im Elternschlafzimmer angekommen falle ich völlig erschöpft in unser Bett, nicht mehr fähig ein vernünftiges Gespräch zu führen schlafe ich sofort ein.

Hart? Ja, das war es. Zugegeben habe ich schon an meinem Mutter-Dasein gezweifelt.

 Auf der Suche nach dem Trick 17

Jede freie Minute habe ich damit verbracht nach Einschlafproblemen und dagegenwirkende Rituale zu googeln. Ich habe zahlreiche Foren durchforstet und bestimmt 100e Erfahrungsberichte von anderen Müttern gelesen. Sachen wie, das ist völlig normal in diesem Alter wollte ich natürlich nicht lesen – wer will das in dieser Situation auch –

Nach einiger Zeit musste ich mir eingestehen, dass es nicht nur mir so geht, sondern ganz, ganz vielen ungewollten Nachteulen auch. Geschockt war ich von einigen handelsüblichen Ratgebern. – Lassen Sie das Kind schreien und gehen Sie erst nach einiger Zeit wieder ins Zimmer – Ja klar – Wer kommt eigentlich auf solche Weisheiten? Welche Mutter bringt es übers Herz, ihr Kind alleine in einem dunklen Zimmer schreien zu lassen? Mit solchen, wahrscheinlich gut gemeinten Tipps, geht das ganze Vorhaben eher nach hinten los. Was war da noch? Ach ja – irgendwann werden Sie vom schreien müde und schlafen von alleine ein – aufgeregtes schreien ist ja der kleine Bruder von entspanntem und ruhigem Einschlafen.

Und dann kam die Erleuchtung

Irgendwann war mir klar – wir müssen unser eigenes, für uns abgestimmtes Einschlafritual finden. Ein gesunder Mix aus diesen vielen Ratschlägen. Kläglich gescheitert sind wir beim „Im Zimmer bleiben“. Alleine unsere Anwesenheit war der Auslöser für ständiges schreien, weinen und bitten.

Ok gut – nächster Versuch. Gut gemeintes zusammen Kuscheln vor dem Schlafen gehen wurde belohnt mit wildem herumspringen auf Papas Rücken – und weiter geht’s.

 

Irgendwann bin ich vorm PC gesessen und hab nach einem niedlichen neuen Schlafanzug für unser Mini-Monster gesucht und habe auch zufällig „Das große Sandmännchen-Vorlesebuch“ gefunden. Als Grafikerin war ich sofort vernarrt in die liebevollen Illustrationen. Ich dachte mir, das könnte doch das Richtige für uns sein. Nach einigen Tagen kam dann das ersehnte Paket ins Haus geflattert. Am Abend haben wir uns dann so wie immer zum Bett gehen fertig gemacht, die Zähne geputzt und uns gemeinsam in unser Bett gelegt natürlich mit Mini-Monsters Kuscheldecke und dem neuen Buch bewaffnet. Nach zwei Geschichten merkte ich schon, dass er müde wurde. So wurde das Buch zugeklappt und ich habe ihm noch ruhig gesagt, wir gehen jetzt ins Bett, weil alle anderen schlafen auch schon. An den Bildern meiner Eltern vorbei erzählte ich, dass Oma und Opa auch schon schlafen und alle seine Kuscheltiere und ganz tief sein geliebtes Krokodil.

Wir haben dann die Rollläden geschlossen und etwas Gute-Nacht Musik angemacht. Ganz ruhig und mit einem Gute Nacht Kuss habe ich ihn in sein Bettchen gelegt und bin aus dem Zimmer gegangen – Vorhang zu (wir haben keine Tür – Ihr hättet mein verdutztes Gesicht sehen sollen. Ist das unser Kind? Warum ist er so ruhig? Ist etwas passiert? Wir sind dann völlig leise ohne nur einen Ton von uns zu geben in unser Bett gegangen. Man hätte vermutlich sogar eine Stecknadel auf dem Boden fallen hören. In dieser Nacht ist der Herr Papa noch ein paar Mal ins Zimmer geschlichen um zu überprüfen ob alles ok ist – Vorsorge eines fürsorglichen Vaters –

Wir haben es geschafft

In der besagten Nacht haben wir geschlafen wie ein Baby, so erholt bin ich schon sehr lange nicht mehr aufgestanden. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass das am nächsten Tag wieder funktioniert. Doch siehe da, wieder dieselbe ruhige Nacht. Nach ein paar Tagen ist er dann nach ca. 2 Stunden wieder aufgewacht und wollte partout nicht mehr in seinem Zimmer bleiben. Die Angst war groß, dass das ganze Theater wieder von vorne anfängt. Ich habe ihn dann jedes Mal wieder hingelegt und bin auch sofort ins Zimmer gekommen, wenn er angefangen hat zu weinen. Es hat dann auch funktioniert. Nach einiger Zeit bin ich allerdings draufgekommen, dass er einfach Angst hat weil es so dunkel im Zimmer ist. Anfangs habe ich das Licht im Vorraum brennen lassen und es hat wunderbar funktioniert. Wieder am PC habe ich nach einem passenden Nachtlicht gesucht. Nach zahlreichen Webseiten bin ich dann endlich auf www.baby-walz.at fündig geworden. Der kleine blaue Elefant von „Die Sendung mit der Maus“ musste es dann werden, er projiziert Sterne auf die Zimmerdecke. Siehe da unser kleines Monster war besänftigt und wurde zum kleinen süßen Prinzen. Von da an ist Einschlafen kein Problem mehr und alle bekommen ihren Erholungsschlaf und können ausgeruht in den nächsten Tag starten. Vorausgesetzt die geliebte Kuscheldecke, sein Vorlesebuch und dieser niedliche Elefant sind immer mit dabei.

Fazit

Im Nachhinein betrachtet war diese ganze Zeit sehr aufregend und auch schwer. Jedes Kind findet seinen eigenen Rhythmus, man darf nur nicht aufgeben. Es findet sich ein passendes Ritual, dass für alle Beteiligten für Ruhe und Entspannung sorgt. Dazu zählt natürlich nicht abendliches fangen und verstecken spielen. 😉 Nur nicht aufgeben, wir sitzen alle im selben Boot und irgendwann ist es geschafft.

 

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