[Gastbeitrag] Tipps für einen gelungenen Schulalltag

Die Sommerferien sind zu Ende, der Schulalltag ist zurück – und mit ihm die kleinen oder großen Stressfaktoren, die Familien mit Schulkindern das Leben manchmal schwer machen. Das muss nicht sein: Mit einigen Weichenstellungen gelingt es, die Freude am Lernen zu wecken und die Herausforderungen der Schulzeit erfolgreich zu meistern.

 

Die Familie als Rückhalt: Ein wichtiges Fundament für Schulkinder

Wichtige Basis für einen entspannten Familien- und Schulalltag ist eine gute Kommunikation mit Ihrem Kind: Bleiben Sie im Gespräch, nutzen Sie freie Zeiten für schöne gemeinsame Erlebnisse und vermitteln Sie ihm immer wieder die Wertschätzung seiner Begabungen und Fähigkeiten, um sein Selbstbewusstsein zu stärken.

So wichtig die Schule auch ist – spätestens, wenn sich das Familienleben nur noch um Schulthemen dreht und der Haussegen nahezu dauerhaft schief hängt, ist es an der Zeit, mit klaren Abgrenzungen und genau geregelten Lern- und Freizeiten wieder für mehr Entspannung und ein harmonischeres Zusammenleben zu sorgen.

Das Lernen lernen: Aktiv im Unterricht, effektiv bei den Hausaufgaben

Wer morgens nicht aufpasst, braucht nachmittags bei den Hausaufgaben viel länger: eigentlich eine einfache Schlussfolgerung, aber dennoch eine der Hauptursachen für Lernprobleme.

Viele Schüler haben Schwierigkeiten, sich im Unterricht zu konzentrieren und bekommen nur die Hälfte mit – nachmittags ist der Unterrichtsinhalt dann nicht mehr rekonstruierbar und die Hausaufgaben werden zur zeitraubenden Quälerei. Wichtig ist es daher, den Unterricht aktiv mitzuverfolgen und Verständnisprobleme direkt im Unterricht anzusprechen.

Gut vorbereitet in die Unterrichtsstunde starten, aktiv mitschreiben, sich mit Memozetteln, Farbmarkern oder Symbolen Notizen machen: Unterstützen Sie Ihr Kind dabei, eine Arbeitsroutine zu entwickeln, die es im Unterricht und auch zuhause bei den Hausaufgaben anwenden kann.

Wie lernt Ihr Kind am besten, welcher Lerntyp ist es? Helfen Sie ihm, es herauszufinden.

  • Der visuelle Lerntyp prägt sich beispielsweise einen Text gut durch Unterstreichen ein oder malt ein Bild dazu.
  • Der auditive Typ profitiert vom Vorlesen und lauten Wiederholen.
  • Der motorische Typ bastelt sich vielleicht ein Modell dazu oder lernt „in Bewegung“.
  • Der kommunikative Typ prägt sich bei der Diskussion in der Gruppe oder beim gegenseitigen Erklären den Lernstoff am besten ein.

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, im Gespräch mit der Lehrkraft herauszufinden, ob man die Konzentrationsfähigkeit im Unterricht zum Beispiel durch einen Sitzplatz möglichst weit vorne oder eine Veränderung der Sitzordnung steigern könnte. Insgesamt gilt: Nutzen Sie Elternsprechtage und pflegen Sie eine gute Zusammenarbeit mit den Lehrern.

 

Wichtige Rahmenbedingungen: Schlaf, Freizeit und Ernährung

Wer müde ist, kann sich nicht konzentrieren. Ausreichende Schlafzeiten, die sich an den entsprechenden Altersempfehlungen orientieren, helfen Ihrem Kind, sich tagsüber wohlzufühlen und leistungsfähig zu sein.

Sinnvoll sind festgelegte Zeiten und verlässliche Gute-Nacht-Rituale wie eine Gute-Nacht-Geschichte oder eine gemeinsame Tasse Tee auf der Couch, um sich zu entspannen und in den Schlaf zu finden. Helfen Sie Ihrem Kind, die Schultasche und die Turntasche zu packen, wählen Sie mit jüngeren Kindern gemeinsam die Kleidung für den nächsten Tag aus und bereiten Sie vielleicht schon den Frühstückstisch vor, denn entspannte Abläufe sind der beste Start in den Schultag.

Hilfreich ist es auch, am Morgen jede unnötige Hektik zu vermeiden. Ein gesundes vollwertiges Frühstück und ein liebevoll zubereitetes Pausenbrot sorgen für neue Energie und verhindern Leistungstiefs am Vormittag – ebenso wichtig ist eine ausreichende Trinkmenge für die optimale Gehirnleistung.

Für eine gesunde Entwicklung und einen gelingenden Schulalltag braucht Ihr Kind genug freie Zeit: Ruhephasen gehören genauso dazu wie sportliche Betätigung oder kreatives Schaffen, ganz nach den Interessen Ihres Kindes. Freizeitstress und Termindruck sollten allerdings vermieden werden, denn gerade jüngere Kinder brauchen freies Spiel zur Entfaltung ihrer Kreativität und Persönlichkeit.

Ein leidiges Thema? Der richtige Umgang mit Hausaufgaben

In vielen Familien sind sie der Hauptgrund für Auseinandersetzungen zwischen Eltern und Kindern: die Hausaufgaben. Hier wird getrödelt oder schlampig gearbeitet, es wird gejammert oder immer wieder unterbrochen und viele Kinder und Jugendliche hoffen darauf, dass die Eltern ihnen schon helfen werden.

Selbstständiges und gewissenhaftes Arbeiten aber sind für den Schulerfolg unerlässlich und Eltern können ihre Kinder bei der Entwicklung einer sinnvollen Arbeitsroutine effektiv unterstützen. Wie in so vielen Lebensbereichen gilt auch hier, dass Routine und gute Organisation vieles erleichtert.

  1. Den richtigen Zeitpunkt finden

Probieren Sie aus, wann sich Ihr Kind am besten konzentrieren kann – eine einheitliche Empfehlung gibt es hier nicht. Tipps für mehr Konzentration beim Lernen gibt es hier.

Während einige Kinder ihre Hausaufgaben am effektivsten direkt nach dem Unterricht erledigen, benötigen andere vorher erst eine ausreichende Pause. Sinnvoll ist es aber, eine Zeit festzulegen, in der die Hausaufgaben immer stattfinden sollten – auch hier sind Rituale hilfreich und schaffen verlässliche Strukturen, an denen sich die Kinder orientieren können.

Ganz wichtig ist die Vermeidung von Zeitdruck: Wer unter Stress arbeitet, kann sich schlechter konzentrieren und nimmt weniger Lernstoff auf.

  1. Gute Arbeitsbedingungen schaffen

Besonders Kinder, die sich leicht ablenken lassen, profitieren von einem aufgeräumten und gut strukturierten Arbeitsplatz. Störquellen wie Fernsehen, Handy oder Computer sollten ausgeschaltet sein und es sollte sich kein ablenkendes Spielzeug in der Nähe befinden.

Gemütlich sein darf und soll es trotzdem: Vielleicht tragen zum Beispiel eine Duftlampe oder eine schöne Schreibtischleuchte zu einer heimeligen Atmosphäre beim Arbeiten bei, ein bereitgestelltes Getränk sorgt für die nötige Flüssigkeitszufuhr zwischendurch.

Idealerweise richten Sie in unmittelbarer Nähe Regale oder andere Aufbewahrungsmöglichkeiten für Hefte und Schulbücher ein. So bleibt der Schreibtisch übersichtlich und trotzdem ist alles griffbereit.

  1. Sich aufwärmen und Erfolge sehen

Nichts ist motivierender als ein Erfolgserlebnis: Viele Schüler bewältigen ihre Hausaufgaben besser, wenn sie mit einer einfachen Aufgabe starten und sich erst danach die schwierigeren vornehmen.

Vor allem jüngeren Schülern hilft eine Visualisierung der anfallenden Arbeit: So könnten sie etwa die einzelnen Aufgaben auf Memozettel schreiben, sie an die Pinnwand hängen und jeweils nach der Erledigung der Aufgabe einen nach dem anderen abhängen. Nach der Erledigung aller Aufgaben und einer kurzen Pause ist es sinnvoll, die Aufgaben zu kontrollieren und gegebenenfalls zu verbessern.

  1. Belohnung nach getaner Arbeit

Ein leckeres Getränk, ein spannendes Spiel oder eine Geschichte sorgen nach getaner Arbeit für die angemessene Belohnung und wirken motivierend. Auch Etappenziele können belohnt werden – eine Runde durch den Garten zu toben, ein paar Minuten auf der Couch zu entspannen oder eine Geschichte zu lesen helfen, neue Kraft für den Rest der Aufgaben zu tanken.

Wurde das Ziel hingegen nicht erreicht, könnte man sich gemeinsam fragen, woran dies gelegen hat und entsprechende Konsequenzen daraus ziehen – vielleicht hilft es zum Beispiel, einen Klassenkameraden anzurufen und um Rat zu fragen.

 

Keine Panik: Die richtige Prüfungsvorbereitung

Wie eine dunkle Wolke am Himmel lauert die Matheschularbeit am Ende der Woche: Das Lernen für Prüfungen gehört für viele Schüler zu den unbeliebtesten Pflichten im Schulalltag.

Helfen Sie Ihrem Kind dabei, die Erfahrung zu machen, dass richtige Vorbereitung viel Stress erspart. Eine gute Einteilung des Lernstoffs, Lernen in kleinen „Häppchen“, die Nutzung eines Karteikarten-Systems etwa für das Vokabellernen und die genaue Klärung des Prüfungsstoffs im Vorfeld vermeiden die Panik am Vortag der Prüfung.

 

Unterstützung suchen und Hilfe annehmen

Scheuen Sie sich nicht, Unterstützung zu suchen: Nachhilfe kann hilfreich sein, wenn Ihr Kind den Schulstoff nicht versteht. Hierbei gilt „je früher, desto besser“, denn ein zu groß gewordener Rückstand zur Klasse ist umso schwieriger wieder aufzuholen und das Selbstbewusstsein des Kindes leidet unnötig.

Eine Dauerlösung sollte Nachhilfe allerdings nicht sein, denn sonst untergräbt sie möglicherweise die Selbstständigkeit des Kindes und das Vertrauen, den Schulstoff auch alleine zu bewältigen. Sinnvoll ist es in jedem Fall, in einem Beratungsgespräch mit dem Lehrer herauszufinden, ob es sich um einzelne Wissenslücken handelt oder ob das Kind insgesamt überfordert ist.

Manchmal hilft auch schon die Gründung einer Lerngruppe, in der sich die Schüler gegenseitig unterstützen.

 

„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ – viel Wahres ist an diesem alten Sprichwort. Sehen Sie die Fortschritte und Erfolge Ihres Kindes und ermutigen Sie es, mit positiver Einstellung die Hürden des Schulalltags zu meistern.

 

Gastbeitrag von Andrea Haupt (www.fitundgesund.at)

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlich für diesen tollen Gastbeitrag bedanken … Mit diesen tollen Tipps wird der Schulalltag etwas erleichtert.

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