Ein Kind ist kein Kind … und dann kommt das Zweite

Nach einer längeren Blogpause melde ich mich nun wieder zurück mit einem Thema, dass bestimmt alle Mamas von mindestens zwei Kindern betreffen. Wie kann man, in unserem Fall, zwei Kindern gleichviel Aufmerksamkeit schenken bzw. gleichermaßen gerecht werden? Christina von IchmitKind hat hierzu schon einen tollen Beitrag verfasst, an dem ich mich ein wenig anlehnen möchte.

Meine Große war 5 Jahre alt, als ihr kleiner Bruder zu Welt kam. Sie hatte 5 Jahre lang meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Sie hat mit mir eine Trennung mit anschließender Scheidung durchgemacht, wir haben uns als Mutter-Tochter-Gespann versucht und hat meinen neuen Partner und baldigen Ehemann kennen und lieben gelernt. Ihr Spielzeug teilen musste sie nicht, sie war sozusagen unsere Prinzessin auf der Erbse.

 

Schluss mit dem Einzelkind-Dasein

5 Jahre später kam dann ihr kleiner Bruder zu Welt. Plötzlich ist da jemand, so ein kleines schlafendes puppen-ähnliches Bündel Mensch. Mama muss ab sofort geteilt werden … so eine Unverschämtheit … Ich habe wirklich versucht, alles so gut es geht unter einem Hut zu bringen. Was mir leider etwas erschwert wurde, da meine Tochter eine extreme Eifersucht gegenüber ihren Bruder entwickelt hat. Auch unser Kleinster war nicht immer ein Engelchen, er wollte in der Nacht einfach nicht schlafen. So stand ich jeden Morgen fast wie ferngesteuert, um 7 Uhr auf, um meine Tochter in den Kindergarten zu bringen. Zuhause wieder angekommen habe ich den Haushalt erledigt. Als meine Große wieder vom Kindergarten kam, haben wir zusammen gespielt. Hat ja super geklappt …

Doch unser Wonneproppen ist natürlich auch größer geworden und hat immer mehr Beschäftigung benötigt. Dazu kam noch, dass meine Tochter in die erste Klasse Volksschule kam. Der Vormittag war noch relaxed, doch als meine Tochter nach Hause kam hat mein Sohn wie auf Befehl rebelliert. Die leidtragende natürlich meine Tochter, da Mama nicht sehr viel Zeit hatte bei ihrer Hausübung dabeizusitzen. Ein Aufstand war praktisch vorprogrammiert.

Da war ich nun – ich am verzweifeln, wie ich das alles schaffen soll – meine Tochter fühlte sich vernachlässigt und mein Sohnemann genoss es förmlich „der King“ zu sein.

Lange habe ich mit mir gekämpft, ich habe mir selber Vorwürfe gemacht, warum ich das einfach nicht schaffe beiden Kindern dieselbe Aufmerksamkeit zu geben. Irgendwann bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es einfach nicht gehen kann. Als Mutter kann man sich schließlich nicht vierteilen – obwohl es ein Gedanke wert wäre. Ein Klon für Haushalt und Kochen, ein weiterer für Kind Nr. 1, nicht zu vergessen noch einer für Kind Nr. 2 und einer der Arbeiten geht und auch locker Zeit für die Zweisamkeit findet. Klingt doch sehr verlockend.

Geschwister

Jeder muss seinen Platz finden

Die richtige Lösung in der Realität ist allerdings eine andere. Ich nehme mal ein Beispiel aus der Tierwelt. Bei einem Wolfsrudel muss jeder seinen Platz in der Gruppe finden, diesen muss er sich oft hart erkämpfen. Auch bei uns Menschen ist es nicht anders. Bei einem neuen Geschwisterchen, muss jeder seinen Platz finden, dies ist ein Lernprozess der mal mehr und mal weniger Zeit in Anspruch nimmt. Natürlich gibt es auch viele Vorteile ein Geschwisterkind zu sein – die erste beste Freundin bzw. der erste beste Freund ist einfach die Schwester bzw. der Bruder. Selbst wir Eltern können hier nicht mithalten.

 

Fazit

Es ist nicht die Aufgabe von uns Müttern, jedem einzelnen dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken. Der Eine wird uns mal mehr und der Andere mal weniger brauchen. Es gleicht sich schließlich irgendwann wieder aus. Das heißt aber nicht, dass wir ein Kind weniger lieb haben, als das andere. Das Leben ist ein Lernprozess, unsere Kinder müssen lernen ihren Platz zu finden und wir müssen lernen, dass die Kinder von uns nicht verlangen eine Super-Mama zu sein.

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