Hilfe, ist mein Kind dumm? – Teil 1

Genau diese Frage geht uns Müttern von Schulkindern manchmal durch den Kopf, die Antwort darauf ist eigentlich ganz simpel – NEIN – kein Kind ist dumm. Es gibt die vielen kleinen aber feinen Unterschiede die unsere Kinder zu etwas einzigartigen machen. Es ist doch schön die verschiedenen Charaktere unserer kleinen Erdbewohner zu erleben. Zugegeben es ist manchmal alles andere als leicht damit umzugehen. Warum also habe ich mir die Frage „Ist mein Kind dumm?“ durch den Kopf gehen lassen?

Meine Tochter hatte von Anfang an Schwierigkeiten sich mit Schreiben und Rechtschreibung anzufreunden. Nach zahlreichen Tränen beim Hausaufgaben machen, ständigen Streitereien sind solche Fragen nicht einmal böse gemeint. Auch eine Mutter ist irgendwann am Ende ihrer Kräfte, irgendwann ist man auf einen Punkt angelangt, wo man selber keinen Rat mehr weiß.

Nach etlichen Vier-Augen-Gesprächen mit meiner Tochter habe ich herausgefunden, dass sie doch gut sein will, sie will richtig schreiben nur es geht einfach nicht bzw. sehr schwer. Irgendwann stand das Wort „Legasthenie“ im Raum. Ich habe Stunden über Stunden damit verbracht mich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Was also ist Legasthenie? Legasthenie ist eine Lese- und Rechtschreibstörung, so fällt diesen Menschen der Erwerb der schriftlichen Sprache etwas schwerer als anderen. Wie also bin ich auf diese Vermutung gekommen? Sie liest Wörter die nicht dastehen, sie hat Probleme b und d zu unterscheiden und und und. Auch Ihre Klassenlehrer haben mich auf diesen Pfad geführt.

Der Druck muss weg

Irgendwann habe ich angefangen meine Tochter jeden Tag zu fragen was in der Schule alles los war und habe es mir auch aufgeschrieben. In diesen Aufzeichnungen findet man Sachen wie, die anderen sind immer besser als ich, ich bekomme nie ein Plus, ich werde gehänselt, ich werde gehauen … Warum also muss ein Kind immer sofort als Legastheniker abgestempelt werden, wenn so viele andere Gründe noch vorliegen könnten. Demotivation, ständiges Mobbing und auch Handgreiflichkeiten  sorgen bei Kindern zu enormen Druck und Stress, sodass ihr Körper einen enormen Belastung ausgesetzt ist, so wundert es mich nicht, dass hier ein gewisser Leistungsabfall entsteht. Ich habe mir Rat bei externen Stellen geholt, was kann ich machen? Was soll ich machen? So haben wir eine Schulpsychologische Untersuchung um die Legasthenie-Vermutung einmal zu klären.

Wenn wir zuviel wollen

Im Nachhinein betrachtet habe ich ein schlechtes Gewissen meiner Tochter gegenüber, dass ich so viel Leistung von ihr verlangt habe, damit habe ich sie auch unter enormen Druck gesetzt. Als Mutter ist man eben nicht fehlerfrei. Doch nach meiner Erkenntnis habe ich eine positive Wende entdeckt. Ich habe ihr den Druck zuhause genommen, habe sie für jedes noch so kleine richtig geschriebene Wort gelobt, auch wenn es nicht schön geschrieben war, aber es war richtig. Solche Sachen sind einfach mehr wert als zum Schönschreibweltmeister gekürt zu werden. Sie hat auch ihre Motivation langsam wiedergefunden, weil ich auf ihrer Seite und nicht immer auf der der Schule stehe. Kinder die mit diesem Druck „noch“ nicht klar kommen, sind leider sehr schnell demotiviert. Meine Tochter ist neulich erst von der Schule gekommen, mit für mich sehr erschreckenden Neuigkeiten. „Mama, ich habe gehört wie Lehrerin 1 zu Lehrerin 2 gesagt hat, dass ich nicht schreiben kann“, was sagt man darauf? Ich war als erstes geschockt. Den Wahrheitsgehalt dieser Nachricht kann ich natürlich noch nicht genau sagen, aber warum sollte sie so etwas erfinden? Wenn es also so wäre, würde es für mich sehr viele Sachen erklären.

 

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