Das 1. Kindergartenjahr oder wenn der Schnupfen wöchentlich kommt

Zugegeben freut man sich über die wiedergewonnene Freiheit, wenn der Sprössling in das 1. Kindergartenjahr beginnt, wenn auch ein wenig wehmütig. So verbringt man also seine Vormittage mit der wiederaufgenommenen Arbeit. Die ersten 3 Wochen liefen gut, doch dann plötzlich ein Anruf. Ich schaue aufs Telefon „Kindergarten“ erscheint am Display. Der erste Gedanke, ist etwas passiert? Hat unser kleiner Zwerg die Kindergärtnerinnen in den Wahnsinn getrieben? Zurück in der Realität klingelt das Telefon noch immer.“Ja, Hallo?“, „Ja, Hallo hier spricht der Kindergarten. Ihr Sohn hat Fieber, können Sie ihn bitte abholen?“. Ich springe auf, ziehe meine Jacke an, nehme den Autoschlüssel und setze mich ins Auto, in den 5 min Fahrt sausen mir 100 Dinge durch meinen Kopf. Am Morgen war er doch noch Top-Fit. Habe ich alle Medikamente zuhause? Wie soll ich das mit der Arbeit managen? Hilfe, der Abgabetermin rückt näher.

Ich stelle mein Auto ab und gehe Richtung Kindergarten, eigentlich ist es gar kein gehen mehr, sondern eher ein Ding zwischen gehen und laufen. Im Kindergarten angekommen schließe ich meinen Sohn in den Arm, der mich schon sehnsüchtig erwartet. Ich blicke in die Gruppe und sehe Schniefnasen und Hustebären, kein Wunder das sich Söhnchen etwas eingefangen hat.

Nichts wie ab nach Hause, heißer Tee hilft jetzt bestimmt. Die darauffolgenden Tage schießt der Taschentuchverschleiß ins unermessliche, auch der Teevorrat geht schnell zurück.

Ein paar Tage später ist der Schnupfen schon sehr viel besser geworden. Als wir an diesem Abend ins Bett gegangen sind hörten wir, wie aus dem Nichts, hustende Geräusche aus dem Kinderzimmer. „Na, wo kommt der denn plötzlich her?“. Der Wasserkocher kommt wieder einmal zum Einsatz, diesmal habe ich ein gutes Hausrezept meiner Mama aus meiner menschlichen Festplatte gedownloadet – Huflattich-Tee mit Honig – parat. Hier sind wir also, wieder krank, verschnupft aber dennoch mit guter Laune. Mein Tagesablauf der letzten Tage ist eigentlich immer derselbe. Morgens die Große in die Schule schicken, ran geht es an den Laptop, man soll ja auch Geld verdienen, so neben, kranken Kindern, Mamawahnsinn und Ich-mag-nicht-zur-Schule-Krankheit. Etwas später ruft auch schon Söhnchen, erst mal frühstücken und den Haushalt erledigen, Mittagessen kochen, Söhnchen zum Mittagsschlaf überreden – und wieder kommt der Laptop zum Einsatz, der Chef will ja schließlich auch die Arbeiten erledigt wissen. Darauf folgt das tägliche Nachmittags-Animationsprogramm von Frau Mama, Abendessen kochen, Töchterchens Hausaufgaben kontrollieren. Es folgen überschwängliche innere Luftsprünge weil der Herr Papa endlich nach Hause gekommen ist – ich lasse mir natürlich nichts anmerken – Stress ist ja für uns Mütter ein Fremdwort ;-). Abendliche Leseübungen mit meiner Tochter, das Gitarrenspiel muss auch geübt werden. Schnell die Große ins Bett gelegt, Küsschen drauf. Darauf folgt der Kleine, mit Einschmieren, Medizin geben und ab ins Bettchen. Wer denkt ich lege mich jetzt gemütlich ins Bett und schalte den Fernseher an, der irrt.

Nun kommt wieder der Laptop zum Einsatz, da ja alle Arbeiten abgeschlossen werden wollen. Das sind diese Tage wo ich mir vorkomme wie eine Maschine. Dann kommen diese hilfreichen Kommentare, wie du arbeitest eh von zuhause aus. Genau das ist oft stressiger, als ins Büro zu fahren, seine Arbeit zu und wenn die Feierabendglocke läutet steht nur die Familie auf den Stundenplan.

Damit kann ich leider nicht dienen. Meine Arbeitszeit richtet sich nach den täglichen Bedürfnisse der lieben Kleinen und Großen-Kleinen.

Jetzt bin ich etwas abgeschweift …

Nach ein paar Tagen juhuuuuuuuu gesund. Ab in den Kindergarten … das Ganze überleben wir eine Woche, dann der Anruf vom Kindergarten „Hallo, können Sie Ihren Sohn abholen, er ist verkühlt“. Ich, mit dem Kopf am Boden schleifend bewege meinen Hintern erneut Richtung Kindergarten.

Das erste Kindergartenjahr, das Jahr der Infektionen. Die Kinder sind fast wöchentlich krank, weil es immer wieder irgendwo Schniefnasen gibt. Da hilft wirklich nur darauf zu warten bis das Kind die notwendigen Abwehrkräfte entwickelt hat. Bei meiner Tochter ging es damals etwas schneller, da sie sehr widerstandsfähig ist, ist sie auch heute noch.

Tipp: Der oben erwähnte Huflattich-Tee wird wie folgt zubereitet: Ca 1. Teelöffel getrockneten Huflattich in eine Tasse mit warmen Wasser geben und ca. 10 min ziehen lassen. Zum süßen verwende ich 1 Teelöffel Honig. Huflattich hat eine fiebersenkende Wirkung und hilft auch bei Bronchitis.

 

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